Trotz großer Fortschritte zieht sich die Einführung des autonomen Fahrens länger hin als erwartet. Während unterstütztes Fahren (Level 2) Fortschritte macht, bleiben hochautomatisierte Fahrzeugsysteme (Level 3 und 4) laut dem aktuellen Automotive Outlook 2040 der Unternehmensberatung Roland Berger weit hinter früheren Prognosen zurück. Zu den Gründen dafür zählen weiterbestehende Hindernisse. So reagieren etwa autonome Fahrzeuge auf ungewöhnliche Verkehrssituationen immer noch unbefriedigend. Zudem hemmen unterschiedliche Regelwerke und Skepsis in der Bevölkerung den Fortschritt. Gleichzeitig ist weiter unklar, ob sich autonome Fahrzeuge wirtschaftlich rentieren, sobald sie außerhalb städtischer Zonen eingesetzt werden. Diese Herausforderungen sind bewältigbar, doch der Durchbruch erfordert entschlossene politische Unterstützung und ein striktes Kostenmanagement der Anbieter.
Autonome Fahrzeuge: China fährt voraus
Während in Deutschland also Sicherheit und Regulierung im Fokus stehen, ist in anderen Ländern autonomes Fahren mit größerer Geschwindigkeit auf dem Vormarsch. So betreibt ein großer US-amerikanischer Tech-Konzern in Städten wie Los Angeles oder San Francisco bereits mehr als 1.500 autonom fahrende Taxis. Im nächsten Jahr soll sich diese Zahl mehr als verdoppeln. China übertrifft die USA sogar. Dort genießen die Hersteller staatliche Unterstützung und schnelle Zulassungsverfahren. Entsprechend stark wächst etwa der Robotaxi-Ser-vice in Millionenstädten wie Peking oder Shanghai und erreicht in dem asiatischen Land zunehmend Alltagstauglichkeit. Grundsätzlich wird sich das Bild unserer Straßen durch autonome Mobilität stark verändern. In urbanen Zentren etwa schaffen fahrerlose Fahrzeuge mehr Sicherheit und Raum. Laut einer aktuellen Brookings-Studie senken sie Unfallrisiken dank weniger menschlichen Fehlverhaltens und ermöglichen Rückbau von Parkflächen. Die Stadtzentren könnten dadurch in grünere, lebensfreundlichere Zonen umgewandelt werden. Auch für Pendler gewinnt der Arbeitsweg neue Qualität: Statt sich auf Staus zu konzentrieren, können sie im Fahrzeug arbeiten, entspannen oder kommunizieren.
So viele Fahrten hat Baidus Dienst Apollo Go bis Februar 2026 nach Unternehmensangaben bereits absolviert – ein Hinweis darauf, dass autonomes Fahren in China den Pilotstatus zunehmend hinter sich lässt. (Baidu)
So viele autonome Fahrzeuge betreibt Waymo nach eigenen Angaben bereits in Städten wie San Francisco, Los Angeles, Phoenix und Austin. (Waymo)
So viele Kilometer hat Baidus Robotaxi-Dienst Apollo Go bis Februar 2026 nach Unternehmensangaben bereits zurückgelegt – ein Maßstab für die wachsende Alltagserprobung autonomer Flotten in China. (Baidu Investor Relations)
Um diesen Wert lagen Personenschaden-Ansprüche in einer Swiss-Re-Analyse bei Waymo unter dem Vergleichswert menschlich gesteuerter Fahrzeuge. Die Auswertung bezieht sich auf 25,3 Millionen gefahrene Meilen. (Waymo)