Blick auf großen Energiespeicher

Batterie-Großspeicher

KRITIS-Gesetze verlangen stabile Stromversorgung

Für die Stabilität der Infrastrukturen gelten Batterie-Großspeicher als die entscheidende Technologie. Deren Betreiber unterstützen die Versorger dabei, überschüssigen Strom zu speichern, um ihn bei kritischem Mangel in die Netze einzuspeisen. Die Verknappung der benötigten Rohstoffe zwingt sie, beim Ausbau nach Alternativen zu Lithium-Batterien zu suchen.

Erschienen in

Schutz und Sicherheit für Deutschland und Europa

am 25. November 2025 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Regionen versinken in Fluten, Stromausfälle legen Städte und Industrien lahm, mit Cyberattacken und Drohnen bringen Angreifer den Flugverkehr zum Erliegen. Der hybride Krieg tobt in Europa. Störsender und Jammer sind Hightech-Waffen, mit denen Unbekannte Flugzeuge und Schiffe...

Zwei Vorfälle haben gezeigt, welchen Stellenwert die KRITIS-Gesetzgebung innerhalb der Gesamtverteidigung hat. Und wie wichtig es ist, Versorgungsunternehmen für den physischen Schutz ihrer Produktionen und der Netze zu verpflichten. Im April 2025 waren innerhalb von Sekunden ganze Städte und Regionen in Spanien, Frankreich und Portugal ohne Stromversorgung. Experten erklärten, dass lediglich 15 Gigawatt fehlende Leistung zum Zusammenbruch der Stromnetze und zur Notlage geführt hatten. Der schwerste Stromausfall der letzten 20 Jahre in Europa hatte eine Kettenreaktion ausgelöst. Kommunikationsnetze brachen zusammen, Industriebetriebe standen still, U-Bahn-Züge stoppten, Hunderte Fahrstühle blieben stecken.

Grafik: Installierte Kapazität von Batterie-Großspeichern in Deutschland

Batterie-Großspeicher: Versorger investieren Milliarden

Ortswechsel: Im September 2025 gab es dann einen folgenschweren Stromausfall im Süden Berlins. Wie die Medien berichteten, hatte ein Anschlag dazu geführt, dass mehr als 40.000 Haushalte und rund 3.000 Unternehmen für etwa 60 Stunden vom Stromnetz abgeschnitten waren. Da der Schock über diese Stromausfälle in Europa noch immer tief sitzt, ist es jetzt die Hoffnung vieler Versorger und der mit ihnen verbundenen Unternehmen, schnell Batterie-Großspeicher-Strukturen aufzubauen. Hierfür stellen die Unternehmen Milliardensummen zur Verfügung. Sie errichten die Anlagen möglichst direkt an Umspannwerken oder auf den Flächen von Kraftwerken oder abgeschalteten AKWs. Die Absicht ist es, Versorgung und Netze stabil zu halten, Industrie und Bevölkerung vor Ausfällen zu schützen. Hierfür etablieren sie eine automatische und unterbrechungsfreie Umschaltung der Stromlieferung, falls die Netze in die Knie gehen.

Wasserstoff für zusätzliche Stabilität

Der Stromverbrauch in Deutschland wird pro Tag mit bis zu zwei Terawattstunden berechnet. Somit ist klar, dass die Batterie-Großspeicher lediglich für die Stabilisierung der Netze taugen und eben für kurzfristige Überbrückungen. Nach einem Blackout wie in Berlin müssen andere Technologien bereitstehen, die über einen längeren Zeitraum Strom liefern – Wasserstoff gilt hier als die wichtigste saubere Technologie. Zukünftig werden Betreiber von Windenergie- oder Solaranlagen das Gas produzieren und lagern und damit die stetige Stromproduktion ihrer Anlagen auch während der Dunkelflauten oder bei Blackouts sicherstellen.