Konzepte für eine smarte Mobilität sind gefragt.
Konzepte für eine smarte Mobilität sind gefragt. iStock / stnazkul

Betriebliche Mobilität

Dienstweg der Zukunft

Vom vernetzten E-Auto über das Mobilitätsbudget bis zum autonomen Shuttle: Mobilität wird neu organisiert. Wer als Unternehmer flexible Angebote schafft, verbessert nicht nur Klimabilanz und Kostenkontrolle, sondern stärkt auch die Arbeitgeberattraktivität. Aus dem klassischen Dienstwagen wird ein System, das Mitarbeitende, Standorte und Verkehrsträger intelligenter verbindet.

JB
· 2026
Erschienen in

Smart Future

am 27. Juli 2026 in „Handelsblatt“
Deutschland steht an einem Wendepunkt. Schwache Konjunktur, steigende Kosten, marode Infrastruktur und internationaler Wettbewerbsdruck stellen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft vor Aufgaben, die keinen Aufschub mehr dulden. Gleichzeitig sind nach wie vor die Energie- sowie die...

Die Offenheit für innovative Mobilitätslösungen ist in Deutschland groß. Laut einer Befragung des Branchenverbands Bitkom würden 72 Prozent der Deutschen in eine selbstfahrende S- oder U-Bahn einsteigen und 70 Prozent in einen autonomen Bus. Als größte Vorteile des autonomen Fahrens nennen die Befragten weniger Verkehrslärm (50 Prozent) und einen flüssigeren Verkehr (47 Prozent). Fast ein Drittel würden die Fahrtzeit auch für Büroarbeit nutzen, während das autonome Vehikel eigenständig lenkt. Smarte Mobilitätslösungen sind dabei aber viel mehr als autonom fahrende Fahrzeuge. Sie stehen für das intelligente Zusammenspiel von Verkehrsträgern, Antrieben und Wegen zu einem flexiblen Gesamtsystem.

Vom Dienstwagen zum Budget

Im Unternehmensalltag zeigt sich der Wandel am deutlichsten beim Abschied vom klassischen Dienstwagen. Laut dem Fuhrpark- und Mobilitätsbarometer des Arval Mobility Observatory haben bereits 36 Prozent der deutschen Unternehmen ein Mobilitätsbudget eingeführt oder zählen es zu den wichtigsten Alternativen zum Firmenwagen. Statt eines festen Fahrzeugs erhalten Mitarbeitende einen Betrag, den sie flexibel für Deutschland-Ticket, Carsharing oder Bike-Leasing einsetzen können. Treiber sind auslaufende Leasingverträge, die Berichtspflicht zu CO2-Emissionen und jüngere Beschäftigte, für die das eigene Auto kein Statussymbol mehr ist. Digitale Plattformen machen die Abrechnung dabei nahezu aufwandsfrei. 

Betriebliche Mobilität: Neue Möglichkeiten schaffen

Bis 2030 dürfte sich das Bild noch grundlegender ändern. Das Bundesverkehrsministerium strebt an, dass fahrerlose Fahrzeuge dann schon zum Alltag gehören. Für Unternehmen eröffnet das neue Möglichkeiten: Autonome Shuttles für den Werksverkehr, Robotaxis als On-Demand-Ergänzung zum ÖPNV oder selbstfahrende Lkws in der Lieferlogistik sollen die Straßen erobern. Gleichzeitig verschmelzen einzelne Angebote zu nahtlosen Mobilitätsketten, in denen Buchung, Abrechnung und CO2-Nachweis über eine einzige App laufen. Wer Mobilität schon heute als vernetztes Gesamtsystem denkt, schafft die Grundlage dafür. Die Botschaft ist klar: Smarte Mobilität wird zum strategischen Wettbewerbsfaktor, für die Klimabilanz ebenso wie im Wettbewerb um Fachkräfte.

 

Smarte Mobilität wird zum strategischen Wettbewerbsfaktor.

Quellen: