Die Offenheit für innovative Mobilitätslösungen ist in Deutschland groß. Laut einer Befragung des Branchenverbands Bitkom würden 72 Prozent der Deutschen in eine selbstfahrende S- oder U-Bahn einsteigen und 70 Prozent in einen autonomen Bus. Als größte Vorteile des autonomen Fahrens nennen die Befragten weniger Verkehrslärm (50 Prozent) und einen flüssigeren Verkehr (47 Prozent). Fast ein Drittel würden die Fahrtzeit auch für Büroarbeit nutzen, während das autonome Vehikel eigenständig lenkt. Smarte Mobilitätslösungen sind dabei aber viel mehr als autonom fahrende Fahrzeuge. Sie stehen für das intelligente Zusammenspiel von Verkehrsträgern, Antrieben und Wegen zu einem flexiblen Gesamtsystem.
Vom Dienstwagen zum Budget
Im Unternehmensalltag zeigt sich der Wandel am deutlichsten beim Abschied vom klassischen Dienstwagen. Laut dem Fuhrpark- und Mobilitätsbarometer des Arval Mobility Observatory haben bereits 36 Prozent der deutschen Unternehmen ein Mobilitätsbudget eingeführt oder zählen es zu den wichtigsten Alternativen zum Firmenwagen. Statt eines festen Fahrzeugs erhalten Mitarbeitende einen Betrag, den sie flexibel für Deutschland-Ticket, Carsharing oder Bike-Leasing einsetzen können. Treiber sind auslaufende Leasingverträge, die Berichtspflicht zu CO2-Emissionen und jüngere Beschäftigte, für die das eigene Auto kein Statussymbol mehr ist. Digitale Plattformen machen die Abrechnung dabei nahezu aufwandsfrei.
Betriebliche Mobilität: Neue Möglichkeiten schaffen
Bis 2030 dürfte sich das Bild noch grundlegender ändern. Das Bundesverkehrsministerium strebt an, dass fahrerlose Fahrzeuge dann schon zum Alltag gehören. Für Unternehmen eröffnet das neue Möglichkeiten: Autonome Shuttles für den Werksverkehr, Robotaxis als On-Demand-Ergänzung zum ÖPNV oder selbstfahrende Lkws in der Lieferlogistik sollen die Straßen erobern. Gleichzeitig verschmelzen einzelne Angebote zu nahtlosen Mobilitätsketten, in denen Buchung, Abrechnung und CO2-Nachweis über eine einzige App laufen. Wer Mobilität schon heute als vernetztes Gesamtsystem denkt, schafft die Grundlage dafür. Die Botschaft ist klar: Smarte Mobilität wird zum strategischen Wettbewerbsfaktor, für die Klimabilanz ebenso wie im Wettbewerb um Fachkräfte.