Wenn Security-Webseiten von besonders aufsehenerregenden Einbrüchen berichten, geht es in vielen Fällen um aufgebrochene Legacysysteme, etwa innerhalb eines Big-Data-Ökosystems: Hier stehlen die kriminellen Hacker Millionen Kreditkartendaten. An anderer Stelle, bei einem Einbruch in die Systeme eines Internethändlers, erbeuten sie Zehntausende Passwörter. Auch kritische Infrastrukturen sind betroffen – etwa wenn ein Krankenhaus den Diebstahl von Hunderttausenden medizinischen Daten seiner Patientinnen und Patienten an die Behörden melden muss. Dabei nutzen die IT-Abteilungen genau diese Big-Data-Anwendungen auch für Security-Aufgaben. Wenn sie beispielsweise Passwörter der Mitarbeitenden und Kunden für die Onlineshops verwalten. Auch in der Finanzindustrie haben Analyse-Cluster eine besondere, sicherheitsrelevante Funktion. Mithilfe der Analysefunktionen sind die Mitarbeitenden auf der Suche nach möglicher Geldwäsche, nach geplünderten Bankkonten, oder sie suchen nach Anzeichen und Mustern, die auf Betrug oder die Umgehung von Sanktionen hindeuten können.
Big-Data-Cluster: Suche nach Legacysystemen
Sehr kurz getaktet, suchen die Algorithmen in den Datensätzen nach Mustern oder Abläufen, nach Anomalien und Unregelmäßigkeiten, die auf Eindringlinge hinweisen, auf Programmierfehler oder auf die Anwesenheit fremder künstlicher Intelligenz.
Denn die kriminellen Hacker profitieren davon, dass bis vor einigen Jahren bei vielen IT-Herstellern zu Beginn der Produktentwicklung Security nie Thema war. Erst nach und nach wurden die Produkte um Sicherheitsfeatures ergänzt, die allerdings in den ersten oder frühen Versionen noch immer fehlen.
Kriminelle Hacker profitieren, weil bei der Produktentwicklung Security nie Thema war.
Deshalb gibt es einen Appell an alle IT-Leiter und CIOs. Sie sollten sich dringend auf die Suche nach diesen ungeschützten Systemen machen und sie analysieren. Die ticken und rechnen womöglich ganz weit hinten in ihrer IT-Landschaft. Doch inzwischen gibt es Sicherheitslösungen. Denn um viele der Hersteller und Systeme herum gruppieren sich spezialisierte Anbieter. Sie ergänzen mit großer Expertise die essenziellen Funktionen, die bei den Herstellern zum Teil bis heute nicht im Fokus der Entwickler stehen: Dazu zählen Sicherheitsfeatures, Zutrittskontrollen und das Managen und Monitoring dieser Monitoringsysteme.
Unbekannte unternehmenskritische Systeme
Doch leider erfahren viele Anwender auf die harte und teure Weise von der fehlenden Security – innerhalb ihrer vorgeblich vorbildlich geschützten Netze. Es ist ein Rennen gegen die Zeit. Kriminelle Banden scannen das Internet und die Unternehmensnetzwerke nach Zugängen zu genau diesen ungeschützten Legacysystemen. Wenn sie einen Zutritt finden – etwa in ein Big-Data-Ökosystem –, gleicht das einem Hauptgewinn.
Jetzt können sie weitestgehend unbemerkt die Datenbanken kopieren und leeren und anschließend das gesamte Netzwerk mit Ransomware verschlüsseln. Auf diese Weise legen sie nicht nur einen entscheidenden Teil der Organisation lahm. Ob sie nach einer Lösegeldübergabe die Daten wiederherstellen und den weiteren Betrieb zulassen, liegt allein in ihrer Macht.