Die Preise auf den Strommärkten dürften in Deutschland auch mittel- und langfristig auf einem höheren Niveau bleiben als noch in den Jahren 2019 oder 2020. Zu den Gründen dafür zählen die höheren Gaspreise und die steigenden Preise für die Emissionshandelszertifikate. Zu diesem Ergebnis kommt die bis zum Jahr 2050 reichende Strompreisprognose von Prognos im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Gleichzeitig wird laut der Prognose die Schwankung der monatlichen Strompreise in den nächsten Jahren zunehmen. Das liegt am starken Ausbau der Photovoltaik und der damit verbundenen wachsenden Saisonalität: Durch eine höhere Stromproduktion im Sommer sind die Preise in den Sommermonaten niedriger als im Winter. Schwankende Gaspreise können die Volatilität auf den Strommärkten sogar noch verstärken.
Von Unabhängigkeit profitieren: Eigenversorgung für Eigenheim
Egal, ob als Eigenheimbesitzer oder Unternehmer: Wer sich diesem Trend entziehen möchte, beginnt am besten, sich selbst mit Strom zu versorgen. Eine der beliebtesten Methoden ist die Installation einer Photovoltaikanlage. Seit 2023 gibt es neue Steuerfrei-Regeln für PV-Anlagen. So fallen bei Kauf und Betrieb von PV-Anlagen keine Mehrwertsteuer und Einkommensteuer mehr an. Selbst für Unternehmer entfällt mit den neuen Regeln die Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch bei Installation einer Anlage. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Bürokratie. Die Installation von Kleinspeichern und Batteriesystemen machen einen höheren Eigenverbrauch und größere Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz möglich. Auch eine Kombination mit einer Windanlage kann sich mit Blick auf die Eigenversorgung lohnen.
Am Energiemarkt teilnehmen
Wer Strom sowohl produziert als auch verbraucht, wird als Prosumer bezeichnet. Der Begriff ist eine Kombination aus den Wörtern Producer und Consumer. Private und industrielle Prosumer werden im smarten Netz von morgen einen wichtigen Beitrag für die Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung der Energieversorgung leisten, gleichzeitig zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien im Strommix beitragen und somit die Energiewende vorantreiben. Dafür braucht es in den nächsten Jahren allerdings den flächendeckenden Ausbau von intelligenten Messvorrichtungen (Smart Meter) und die aktive Einbindung der Prosumer durch variable Stromtarife.