Zwei Fassaden von Altbauten nebeneinander

Energetische Sanierung von Altbauten

Historische Bausubstanz nachhaltig und klimaneutral sanieren

Mit dem European Green Deal hat die EU das Ziel ausgegeben, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Damit rückten auch die energetische Sanierung und der nachhaltige Neubau von Gebäuden auf die Tagesordnung. Um wertbeständige Städte und Regionen zu schaffen, bedarf es neuer Materialien und des Schutzes des Bestandes.

Erste Schätzungen ergaben, dass 2024 lediglich 199.900 Baugenehmigungen für neue Wohnungen beantragt wurden. Nach einem deutlichen Einbruch im Jahr 2023 ist dies ein neuer Minusrekord. Expertinnen und Experten nennen als Gründe hauptsächlich das gestiegene Zinsniveau. Zusätzlich sind die Preise in der Bauwirtschaft merklich gestiegen – auch eine Folge von Inflation und angespannten Lieferketten. Idealerweise kann diese Krise mit einer Neuausrichtung bei Material und Konzepten einhergehen, die mehr Nachhaltigkeit in den Städten nach sich zieht. Dies könnte eine deutliche Dekarbonisierung zur Folge habe. Denn nach aktuellen Schätzungen stammen heute etwa 40 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen aus der gebauten Umwelt.

Erschienen in

Klimaschutz und Energiewende

am 21. Mai 2025 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Mit welchen Methoden und Strategien die Bundesregierung die Klimaziele bis zum Jahr 2030 erreichen möchte, wird sie in den nächsten Wochen erklären. Für die Regierenden gilt es zu bedenken, dass Hunderttausende Menschen mit großem Mut und hohen Investitionen in neue...
Gerüst vor einem Haus

CO₂ in Gebäuden speichern

Die traditionellen Baumaterialien wie Stahl, Beton, Aluminium und Kunststoffe gelten als klimaschädlich. Die Hoffnung ist es, sie in Teilen und langfristig durch organische Materialien zu ersetzen. Experten nennen beispielsweise Holz, Bambus und Hanf als mögliche neue Baustoffe. Sie haben beim Wachsen CO₂ aufgenommen. In Produkten und Gebäuden ist das Gas für lange Zeit gespeichert. Eine weitere Überlegung ist, Material zu nutzen, das so weit möglich klimafreundlich hergestellt wurde – etwa „grünen Stahl“, produziert mit Wasserstoff aus Windenergie.

Vorher und Nachher einer Altbauwohnung

Historische Strukturen erhalten

Doch die Politik hat keinen direkten ordnungsrechtlichen Zugriff auf den Gebäudebestand. Die Instrumente, mit denen sie auf die Eigentümer oder Bauunternehmen einwirken kann, sind in erster Linie Information, Motivation, Aufklärung. In Teilen greifen auch Vorgaben bei Standardisierung und Normung und natürlich finanzielle Anreize. Dazu zählt das Förderprogramm „Jung kauft Alt“ – eine finanzielle Unterstützung beim Kauf von Bestandsimmobilien. Idee ist es, das Sanieren von alten Häusern zu unterstützen. Das Programm zielt insbesondere auf ländliche und dünn besiedelte Regionen. Hier stehen häufig im historischen Dorfkern Gebäude leer oder verfallen. Jetzt gibt es die Hoffnung, diese Bausubstanz zu erhalten und weiter zu nutzen.