Das Vermieten von Hallen ist für Immobilienfonds und Developer ein riesiges Geschäft. Große europäische Immobilienanbieter besitzen mehrere Millionen Quadratmeter Hallengebäude – und bebauen ständig weitere Flächen. Hier besteht nach Meinung von Energieberatungen ein sehr großes Potenzial, energieeffiziente Heizsysteme großflächig auszurollen.
Doch die Anbieter gestalten diese standardisierten Gebäude mit Regalen, Steuerung, Heizung so günstig, wie es geht, kritisieren Marktanalysten. Zwar sind die Hallen konform der Regularien errichtet. Dies bedeutet aber nicht, dass sie funktionstechnisch auf dem aktuellen Stand sind.
Bei einem Blick in die Hallen werden Probleme offensichtlich. Die Hallen sind bis zu 30 Meter hoch. Die teuer eingekaufte Wärme sammelt sich unter der Decke und geht hier im Lauf eines Tages verloren. Häufig sind die Heizsysteme ungleichmäßig in der Halle verteilt. Mitarbeitende, die in der Nähe eines Heizkörpers arbeiten, schwitzen, während Kolleginnen und Kollegen einige Meter entfernt frieren.
Gezielt heizen für Energieeffizienz in der Industrie
Tatsächlich wirken viele Unternehmen auf die Immobilienfonds ein, eine aus ihrer Perspektive sinnvolle Heizung einzubauen. Ihre Vorstellung ist es, ein passgenaues System zu wählen, das sich wichtigen Kriterien der Nutzung anpassen lässt. Wenn die Mitarbeitenden mit der Arbeit beginnen, soll die Heizung ohne langen Vorlauf möglichst punktgenau starten – und sich abschalten, wenn die Kolleginnen und Kollegen das Gebäude verlassen. Sinnvoll ist es auch, gezielt die Arbeitsorte innerhalb der Halle zu heizen – und eben nicht großflächig Regale, Maschinen, Rampen oder die Parkplätze für die Gabelstapler.
Strategische Bedeutung der Heizung
Eine kurze Rechnung zeigt außerdem, welche Bedeutung die Heizsysteme für die Energiestrategie eines Unternehmens haben. Tatsächlich macht das Heizen der Gebäude rund 70 Prozent der nötigen Gesamtenergiemenge aus – und mit dem Blick auf den ESG-Bericht kann die Heizung deshalb zu einem strategischen Asset werden.
Kein Wunder, dass viele Betriebe schnell zu dem Punkt kommen, an dem sie die Heizsysteme mit ihren Vermietern diskutieren oder gleich eigene und effiziente Heizsysteme installieren.
Quellen:
Deutscher Bundestag: Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, zur Änderung der Heizkostenverordnung und zur Änderung der Kehr- und Überprüfungsordnung
Deutscher Bundestag: Stellungnahme Kommunale Spitzenverbände Gebäudeenergiegesetz
Deutsches Institut für Normung e. V.: Auslegungen zu DIN V 18599