Deutschlands Schulen, Kindergärten und Rathäuser verbrauchen zu viel Energie. Bis zu 20 Prozent der Energiekosten ließen sich in nahezu jeder Kommune einsparen – und das ohne große Investitionen, allein durch ein effizientes Energiemanagement, hat die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH ermittelt. Demnach könnte deutschlandweit ein Betrag von rund 370 Millionen Euro eingespart werden, und zwar jährlich. Diese Einsparpotenziale sollen nun auch gehoben werden – zumindest in Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die vier Bundesländer haben Ende vergangenen Jahres ein einheitliches kommunales Energiemanagement initiiert.
Kern der Kooperation ist das Kommunale Energiemanagement-System (Kom.EMS), das allen Kommunen kostenlos zur Verfügung steht und mit Checklisten und einem digitalen Leitfaden beim Aufbau eines ganzheitlichen Energiemanagements hilft. Die Plattform schafft Strukturen und regelt Zuständigkeiten, etwa für einen energiesparenden Heizungsbetrieb. Das Wissensportal mit konkreten Arbeitshilfen wie Muster-Beschlussvorlagen oder einem Rechentool hilft bei der Umsetzung. Zudem lässt sich mit dem Tool auch die Wirksamkeit von Förderprogrammen prüfen.
Doch nicht nur die Kommunen, jedes Unternehmen profitiert von einem intelligenten und ganzheitlichen Energiemanagement. Um bis zu 30 Prozent lässt sich der Energieverbrauch abhängig von Unternehmen und Branche senken, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermittelt. Unternehmen können dabei viel mehr tun, als die meisten glauben. Wer weiß, wo die Energie versickert, kann auch geeignete Maßnahmen finden, seine Räume, Maschinen und Prozesse effizienter aufzustellen. Um sich einen Überblick über Einsparmaßnahmen zu verschaffen, bieten viele Energieberater kostenlose Checks und Angebote an, um zum Beispiel die Heizungsanlage zu optimieren, Solaranlagen für die Erzeugung des eigenen Stroms zu installieren oder Halogenlampen durch LEDs zu ersetzen. Eine sinnvolle Möglichkeit ist es auch, Stromverbrauchsspitzen in der Fertigung zu entlarven und alle Maschinen so miteinander zu vernetzen, dass solche Spitzen gar nicht erst entstehen.
Sämtliche Daten sind digital
In der Regel startet ein modernes ganzheitliches Energiemanagement mit der Bestandsaufnahme aller Energieverbräuche und der transparenten Zuordnung der anfallenden Energiekosten. Modernste digitale Messgeräte können heutzutage systematisch eine Vielzahl an Messwerten präzise und zuverlässig automatisiert erfassen und sicher in die Cloud übertragen. Aus der Cloud heraus werden die Daten zur weiteren Verarbeitung an übergeordnete Energiemanagementsysteme weitergegeben.
Energiemanagement: Daten smart auswerten
Eine passende Software kann dank der Daten wichtige Kenngrößen für einzelne Geräte und das Gesamtsystem auf Tablet, Smartphone oder Laptop darstellen und auf diese Weise die Energieverbräuche analysieren. Einsparungsmaßnahmen lassen sich dadurch direkt ableiten und Fehler schnell lokalisieren. So erlangt man volle Transparenz über den gesamten Energieverbrauch, schärft zugleich das Bewusstsein dafür und senkt die Kosten. Ein weiterer Pluspunkt: Durch eine kontinuierliche Überwachung der Energieverteilung werden kritische Anlagenzustände frühzeitig erkannt. So lassen sich Unregelmäßigkeiten und Geräteausfälle vermeiden.