Wasserstoffspeicher in ländlicher Umgebung

Energieplanung

Erdgasnetze und Wärmenetze für Gemeinden und Regionen

Energieplaner beziehen auch alle Unternehmen, die mit fossilen Brennstoffen wie Erdgas produzieren, in die Nachhaltigkeitsstrategie ein. Denn häufig stehen keine alternativen Übertragungsnetze zur Verfügung, die benötigte Energiemengen transportieren können. Auch werden erst in einigen Jahren ausreichend viele Wasserstoff-Pipelines installiert sein.

Erschienen in

Klimaschutz und Energiewende

am 21. Mai 2025 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Mit welchen Methoden und Strategien die Bundesregierung die Klimaziele bis zum Jahr 2030 erreichen möchte, wird sie in den nächsten Wochen erklären. Für die Regierenden gilt es zu bedenken, dass Hunderttausende Menschen mit großem Mut und hohen Investitionen in neue...

So müssen sich Städte und Kommunen bei ihrer Energieplanung nach Alternativen umsehen. Dazu zählen sogenanntes grünes Gas und Abwärme aus Industriebetrieben. Als Regel für grünes Gas gilt: Wenn bei der Herstellung eines gasförmigen Energieträgers nicht mehr CO₂ freigesetzt wird, als bei der Herstellung aus der Atmosphäre entnommen wurde, gilt er als „nahezu klimaneutral“ und somit eben als grünes Gas. Nachwachsende Rohstoffe sind die Grundlage für die Produktion von Bio-Flüssiggas, das, verglichen mit konventionellem Erdgas, bis zu 60 Prozent CO₂ einspart. Noch besser sieht die Bilanz für biogenes Flüssiggas aus Reststoffen und organischen Abfällen aus. Hiermit werden bis zu 90 Prozent weniger CO₂ als bei konventionellem Flüssiggas freigesetzt

 

Grünes Gas setzt bis zu 90 Prozent weniger CO₂ frei als konventionelles Erdgas.

Energieplanung: Fern- und Nahwärmenetze wachsen

Bei Wasserstoff gibt es Einschränkungen – H₂ gilt dann als grünes Gas, wenn er durch Elektrolyse und mit Wind- oder Sonnenenergie hergestellt wurde. Er kann nur zu einem geringen Teil über das bestehende Erdgasnetz verteilt werden. Um größere Anteile dieses Gases über die bestehenden Pipelines zu verteilen, wird der Wasserstoff in Methan umgewandelt. Parallel dazu haben Kommunen mit dem Ausbau von Fernwärmenetzen und dezentralen Nahwärmekonzepten begonnen. Neben der Abwärme der Industrie – die häufig aus der Produktion mit Erdgas stammt – werden sie auch alternative Wärmequellen wie Luft, Geothermie und Gewässer mithilfe von Großwärmepumpen nutzen. Ziel von Kommunen oder Gemeindeverbünden ist ein Geschäftsmodell, mit dem sie die Wärme in eine kostengünstige Ressource verwandeln. Mit den Gewinnen können sie die Gemeinden umbauen, ausbauen und zu modernen und nachhaltigen Lebenswelten erweitern.