Die Lieferungen von Flüssiggas aus Russland sind ein Dauerthema. Jetzt startet eine neue Initiative, innerhalb der nächsten zwei Jahre kein Erdgas aus Russland mehr zu importieren. Dabei bezieht Deutschland offiziell überhaupt kein Erdgas aus Russland. Allerdings fließen große Mengen in der TurkStream-Pipeline nach Europa. Russisches LNG wird über Häfen in Nachbarländern angelandet und weiter nach Deutschland geliefert. Hier wird es auf dem Spotmarkt angeboten. Für die Einkäufer in den Unternehmen ist schwer nachzuvollziehen, aus welchen Quellen das an einem bestimmten Tag gelieferte Gas stammt. Wie unübersichtlich die Situation ist, zeigte sich beim Befüllen der deutschen Gasspeicher im vergangenen Jahr. Die damalige Bundesregierung musste auf Anfrage gegenüber dem Bundestag zugeben, dass ihr zum Weitertransport und Verbrauch des russischen LNG oder Flüssigerdgases in Europa keine Informationen vorliegen. Die Regierung konnte deshalb auch keine Aussage über den prozentualen Anteil russischer Importe am gekauften und eingespeicherten Gas machen. Hier ist also die Expertise von Spezialisten gefragt, die den Markt täglich beobachten und verstehen.
Beim Erdgas ist die EU von Russland abhängig.
Fossiles oder grünes Gas
Unternehmen, die heute schon ausreichend grünen Wasserstoff für die Produktion nutzen können, sind selten. Und seit dem Jahr 2021 steht fest, dass Wasserstoff nur dann einen nachhaltigen Beitrag zur Klimaneutralität leisten kann, wenn er aus Erneuerbaren-Quellen hergestellt wird. Um die hohen Erwartungen an den Wasserstoff etwas zurechtzurücken, ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass er derzeit lediglich zwei Prozent des Energiemixes in der EU ausmacht. Davon werden 95 Prozent durch fossile Brennstoffe erzeugt, die jährlich 70 bis 100 Millionen Tonnen CO₂ freisetzen. Bleibt also die Hoffnung, dass der Hochlauf der Wasserstoffproduktion aus Wind oder Sonne sehr schnell an Fahrt aufnimmt. Die EU setzt einen sehr großzügigen Zeitrahmen – ab dem Jahr 2050 könnte Wasserstoff bis zu 20 Prozent des Energiemixes ausmachen. Zum Einsatz käme das Gas insbesondere im Verkehr und in der Industrie. Bis dahin können sich die Unternehmen bivalent aufstellen. Ergänzend zum Erdgas oder Wasserstoff erzeugen sie nachhaltigen Strom oder produzieren den benötigten Wasserstoff einfach selbst.