Photovoltaikanlagen in Kombination mit Batteriespeichern können kostengünstiger Strom produzieren als konventionelle Kohle oder Gaskraftwerke. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme.1 Im Umkehrschluss könnte der Ausbau von Batteriespeichern in größerem Maßstab dazu beitragen, dass weniger neue Gaskraftwerke in Deutschland gebaut werden müssen. Damit würden sich laut Expertinnen und Experten bis 2030 erhebliche CO₂-Einsparungen erzielen lassen, die beispielsweise einer signifikanten Reduktion im Verkehrssektor entsprächen. Unternehmen können mit Speichertechnologie von einem Lastspitzenmanagement profitieren, weil weniger teure Energie hinzugekauft werden muss. Sie können den Eigenverbrauch ihrer PV-Anlagen effizienter optimieren und verfügen zugleich über eine erhöhte Versorgungssicherheit bei Netzausfällen.
Zusätzlich lässt sich mit den erzeugten Überschüssen am Strommarkt Geld verdienen. Einige Automobilhersteller setzen beispielsweise bereits auf die Kombination aus Solarkraft und Speichern an ihren Produktionsstandorten. Stromnetzbetreibern und Speichertechnologieanbietern zufolge beantragen derzeit immer mehr Unternehmen den Bau von Großspeichern, um überschüssige Solar- und Windenergie zu speichern. Mittlerweile sind auch Investoren auf das Thema aufmerksam geworden.
Kommunen und Bürger investieren gemeinsam in erneuerbare Energien.
Erneuerbare Energien speichern: Intelligente Eigenversorgung wird gefördert
Das Thema Eigenversorgung sehen Finanzanalysten in Deutschland als wirtschaftlich sinnvolles Modell an, das auch für mittelständische Unternehmen interessant ist. Hierzulande setzt der Gesetzgeber Anreize, um Investitionen in Speichertechnologien zu fördern. Wenn Batteriespeicher ausschließlich zur Zwischenspeicherung von Strom genutzt werden, können sie nach dem Energiewirtschaftsgesetz vollständig von Netzentgelten befreit werden. Zudem gibt es die Möglichkeit zur Netzentgeltreduzierung gemäß der Stromnetzentgeltverordnung. Zwar ist die Technologie oft noch teuer, doch in den letzten Jahren sind die Preise für Lithium-Ionen-Akkus, die sich für Batteriespeicher eignen, stark gesunken. Investoren gehen davon aus, dass die Preise perspektivisch wirtschaftlicher werden. Noch liegen die Amortisationszeiten bei mehreren Jahren, und die Berechnung des konkreten Nutzens ist deutlich komplexer.
So wird investiert
Für die Nutzung von erneuerbaren Energien haben sich in der Praxis mehrere Investmentmodelle herauskristallisiert. Es gibt eine Vielzahl von Beispielen für sogenannte Bürgerenergie-Genossenschaften: Dabei tun sich Kommunen oder Unternehmen mit Bürgern zusammen, um gemeinsam in PV-Anlagen, Windparks oder Speicher zu investieren. Durch die Beteiligung am Nutzen entsteht zugleich oft eine hohe Akzeptanz für die Anlagen. Das gilt ebenso für Großbatteriespeicher, gegen die sich teilweise Widerstand formiert. Immer häufiger agieren Unternehmen oder Kommunen auch als Gesellschafter von Projektgesellschaften, die etwa Windparks bauen, und profitieren von laufenden Erträgen.
Zudem gibt es Contracting-Modelle, bei denen externe Dienstleister Finanzierung, Bau und Betrieb von Anlagen übernehmen. Die Nutzer zahlen über längere Zeiträume eine Vergütung, ohne selbst das Investitionsrisiko zu tragen. Teilweise finden sich sogar Mietmodelle im Sinne von Battery as a Service.