Dabei ist die Bedeutung dieses nach der Automobilwirtschaft und dem Handel größten Wirtschaftsbereichs nicht zu unterschätzen. Als Bindeglied zwischen Rohstoffgewinnung, Produktion, Handel und Endverbraucher besitzt die Logistik eine Schlüsselfunktion. Gerade für eine Exportnation wie Deutschland sind effiziente und verlässliche Lieferketten ein zentraler Wettbewerbsfaktor. Eine funktionierende Logistik ist aber auch ein Garant für Versorgungssicherheit. Sie stellt sicher, dass Lebensmittel, Medikamente und Güter des täglichen Bedarfs auch in Krisenzeiten verfügbar bleiben. Gerade die vergangene Covid-19-Pandemie und die gegenwärtigen geopolitischen Konflikte zeigen dies in beeindruckender Weise.
Drei Säulen der „grünen Logistik“
Allerdings steht die Logistikbranche derzeit vor immensen Herausforderungen. Diese betreffen nicht nur die stetig steigenden Kosten entlang der Lieferketten. Vielmehr geht es in bedeutendem Maß um die Nachhaltigkeit, bei der die Branche erheblichen Nachholbedarf hat. So ist der Verkehrssektor einer der Hauptverursacher von CO₂-Emissionen. Hier kommt die grüne Logistik ins Spiel, die auf drei zentralen Säulen ruht. Im Zentrum steht die Elektrifizierung: Besonders auf der sogenannten letzten Meile, also bei der Paketzustellung in Städten, kommen zunehmend E-Transporter auf die Straßen. Bei schweren E-Lkws für die Langstrecke ist der Weg jedoch beschwerlicher. Die Anschaffungskosten sind hoch. Zudem fehlt eine flächendeckende Ladeinfrastruktur. Dennoch steigt die Zahl der Zulassungen stetig. Wo Elektrifizierung keine Lösung ist, kommt Wasserstoff ins Spiel: Für den Schwerlastverkehr über weite Distanzen gilt grüner Wasserstoff als große Hoffnung. Wasserstoff-Lkws können schnell betankt werden und ermöglichen große Reichweiten. Aber auch hier ist der Aufbau einer Produktions- und Tankinfrastruktur eine Milliardenaufgabe für das kommende Jahrzehnt. Bleibt also nur noch die Verlagerung auf die Schiene: Jede Tonne Fracht, die per Bahn statt per Lkw transportiert wird, spart massiv CO₂ ein. Das Ziel der neuen Bundesregierung, den Anteil des Schienengüterverkehrs bis 2030 auf 25 Prozent zu erhöhen, ist ambitioniert. Aktuell liegt er bei knapp unter 20 Prozent. Um hier voranzukommen, sind massive Investitionen in das Schienennetz und die Modernisierung von Terminals nötig.
Die Logistikbranche steht derzeit vor immensen Herausforderungen.
Digitalisierung treibt den Umbau der Logistik
Eine entscheidende Bedeutung bei der Modernisierung kommt der Digitalisierung zu. So ist zum Beispiel die „Digitale Automatische Kupplung“ (DAK) eine Basisinnovation für den wirtschaftlichen, automatisierten Schienengüterverkehr. Sie sorgt nicht nur dafür, dass sich Züge wesentlich schneller zusammenstellen und Kapazitäten vergrößern lassen. Vielmehr ist sie auch für die Arbeitssicherheit ein Quantensprung, denn tatsächlich werden Güterwaggons in Deutschland bislang noch einzeln und per Hand gekuppelt. Um all dies möglichst rasch voranzutreiben, sind hohe Investitionen notwendig. Bund und Länder stellen hier bereits eine Vielzahl an Förderprogrammen, vor allem für Fahrzeuge, Lade- und Tankinfrastruktur sowie Gleisanschlüsse, zur Verfügung. Woran es aber immer noch mangelt, sind Koordination, Geschwindigkeit und langfristige gesetzliche Verbindlichkeit.