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Mit intelligenten Stromzählern können Haushalte Energie sparen.

Intelligentes Messsystem

Stromkosten sparen mit dynamischen Tarifen

Dynamische Stromtarife spielen in der Energieversorgung eine immer wichtigere Rolle. Sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen können davon profitieren und teils deutliche Einsparpotenziale generieren: Aber sie müssen dafür genau hinschauen – und über ein Smart Meter verfügen.

Erschienen in

Klimaschutz und Energiewende

am 21. Mai 2025 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Mit welchen Methoden und Strategien die Bundesregierung die Klimaziele bis zum Jahr 2030 erreichen möchte, wird sie in den nächsten Wochen erklären. Für die Regierenden gilt es zu bedenken, dass Hunderttausende Menschen mit großem Mut und hohen Investitionen in neue...

Ab 2025 müssen Energieversorger verpflichtend dynamische Stromtarife anbieten, so ist es im Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende geregelt. In der Praxis gestaltet sich dies jedoch schwierig. Häufig suchen Kunden auf den Seiten der Energieanbieter lange nach den neuen Tarifen.1 Es gibt allerdings auch Versorger, die das Thema priorisieren und gezielt auf Innovation setzen – etwa indem sie eine App zur Verfügung stellen. Damit können Verbraucherinnen und Verbraucher den minutenaktuellen Strompreis sehen und ihr Nutzungsverhalten entsprechend anpassen. Die Stromanbieter kaufen die benötigten Strommengen an der Strombörse EPEX Spot immer am Vortag ein. Die Kunden – von Verbrauchenden über Unternehmen bis zu Kommunen – recherchieren diese Preise dann entweder per App oder, umständlicher, auf den Onlineportalen.

 

Für die Steuerung des Verbrauchs sind Anpassungen der Infrastruktur nötig.

Höhere Einsparpotenziale mit intelligenten Messsystemen

Eine Studie im Auftrag der Dachorganisation Verbraucherzentrale Bundesverband kommt zum Ergebnis, dass Kunden durch gezielte Anpassung ihres Stromverbrauchs erhebliche Einsparungen erzielen können.1 Das gilt vor allem dort, wo sie mit flexiblem Verbrauchsverhalten besonders energieintensive Tätigkeiten in Zeiten niedriger Strompreise verlagern können. Ein weiterer Vorteil – mit dem Einsatz der digitalen Zähler sparen sich die Versorger viel Personalaufwand beim Ablesen der Zählerstände. Die Daten werden automatisch übertragen und stehen für Auswertungen zur Verfügung. Bisher sehen die Experten jedoch einige Hürden: So eignen sich die gängigen Vergleichsportale nicht für dynamische, variable Tarife. Die Kosten seien oft nicht transparent, zudem gebe es keine effektiven Preisbremsen.

Dynamische Stromtarife lohnen sich für Unternehmen

Aus Sicht der Forschungsstelle für Energiewirtschaft profitieren Unternehmen von dynamischen Stromtarifen, gerade an deren Logistik-Standorten, wenn Unternehmen oder Kommunen die Elektrofahrzeuge im Fuhrpark zu Zeiten niedriger Strompreise laden. Damit senken sie die Energiekosten und entlasten gleichzeitig das Stromnetz. Weiterhin sehen die Forscher viel Potenzial, wenn die Verantwortlichen ihre Produktionsplanung mit dynamischen Preisen verknüpfen.