Information wird neben Munition und Energie zum wichtigsten „Verbrauchsmaterial“ auf dem Gefechtsfeld. Doch nicht nur bei der Armee herrscht ein dringender und zeitkritischer Bedarf an ständig neuen Daten. Auch bei NGOs im medizinischen Hilfseinsatz, bei Katastrophenschützern oder Feuerwehren sind fortlaufend aktualisierte Informationen überlebenswichtig. Eine bedeutsame Erkenntnis ist, dass diese Ressource in kritischen Situationen nicht nur immer knapper wird – gleichzeitig werden Informationen immer dringender und immer schneller benötigt.
ITK-Infrastruktur: Geschwindigkeit rettet Leben
Ohne Frage steigt als Folge des Klimawandels das Tempo, mit dem Katastrophen über Menschen und Städte hereinbrechen. Bislang, so scheint es, sind Gesellschaft und Politik weder technisch noch gedanklich darauf vorbereitet: Beispielsweise kam im vergangenen Jahr bei einem Unwetter in Spanien die Warnung vor der Flut erst zu einer Zeit, zu der große Teile von Stadt und Region bereits tief unter Wasser standen. Eine Lektion der Waldbrände in Kalifornien Anfang diesen Jahres war, dass sich Feuer bei Dürre und starken Winden in Blitzgeschwindigkeit unberechenbar in alle Richtungen ausbreiten. Häufig konnten Einsatzkräfte nur mit Hubschraubern und erst in letzter Minute gerettet werden.
Die gesamte Führungsstruktur muss in permanenter Bewegung bleiben.
Ständig in Bewegung bleiben
Und auf dem Schlachtfeld setzen Kampfmaschinen und Hyperschallraketen neue Maßstäbe für das Tempo von Angriff und Verteidigung, Stellungswechsel oder Rückzug. Diese neue, extrem hohe Dynamik erfordert ein Umdenken hin zu mehr Mobilität und schnellerer Bewegung. Dazu gehört, dass etwa aus militärischer Sicht der klassische stationäre Gefechtsstand keine Zukunft mehr hat. Experten reagieren mit neuen Strategien. So soll in Zukunft die gesamte Führungsstruktur in permanenter Bewegung sein. Das bringt einige einschneidende Veränderungen bei der Ausrüstung. Alle IT-Komponenten sollen möglichst redundant ausgelegt sein – ein Problem, wenn die Soldaten hochwertige Informationstechnologie mitführen. Diese Computer müssen mit Blick auf robuste Gehäuse und rüttelsichere Chips und Platinen nach höchsten Standards entwickelt und ausgestattet sein. Dafür hat das US-amerikanische Militär Standards und Zertifizierungen definiert, an denen sich andere Armeen orientieren.
Kämpfen mit Machine Speed
Denn die Generäle bereiten sich auf ein Szenario vor, das an apokalyptische Endzeit-Kriegsfilme erinnert. Hinter dem Schlagwort „Fight with Machine Speed“ steht die Vorstellung, dass in Zukunft das Schlachtfeld von autonom handelnden Maschinen kontrolliert wird. Die geben Geschwindigkeiten vor, die weit über denen von Katastropheneinsätzen bei Überflutungen oder Waldbränden liegen werden. „Hyperschall“ wird zum neuen Maßstab. Einige Kennzahlen zeigen, welche Bedeutung und welches Tempo die Entwicklung und Produktion etwa von Militärrobotern haben wird. Der Markt wurde im vergangenen Jahr auf rund 24 Milliarden Dollar geschätzt. Expertinnen und Experten erwarten ein jährliches Wachstum von rund 6,9 Prozent. Als Resultat könnten die Umsätze bis zum Jahr 2029 auf mehr als 34 Milliarden Dollar wachsen. Auswirkungen sehen Beobachter ganz konkret dann, wenn bei den jährlichen Militärparaden inzwischen Roboter gemeinsam mit Soldatinnen und Soldaten marschieren oder neben Panzern und Atomraketen über die Boulevards oder Plätze an den Staatschefs vorbeirollen.