Team von Militärspezialisten bei Verwendung von Radargeräten

Luftverteidigung

Zivile und militärische Kontrollen sichern den Luftraum

In den vergangenen Jahren hat sich die Bedrohungssituation für Deutschland grundlegend verändert. In wenigen Minuten erreichen Hyperschallraketen ihre Ziele. Unbekannte spionieren mit Drohnen Kasernen aus oder gefährden den Verkehr an Flughäfen. Streitkräfte und Fluglotsen diskutieren diese Herausforderungen, denen sie mit einer Kombination aus smarten Fähigkeiten und Feuerkraft begegnen.

Erschienen in

Schutz und Sicherheit für Deutschland

am 9. Juli 2025 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Sicher muss sich die europäische Politik der vergangenen Jahrzehnte den Vorwurf gefallen lassen, dass ein großer Teil der Verantwortlichen Bedrohungen, Gefahren sowie Risiken für Menschen und Staaten in der Union völlig falsch eingeschätzt hat. Dies gilt nicht nur mit Blick...

In der Einflugschneise eines großen Flughafens surrt es. Ein Planespotter versucht mit seiner Drohne, ein Video eines knallbunten Ferienfliegers für seinen Social-Media-Kanal aufzunehmen. Aber die Sicherheitsbehörden sind alarmiert – am Telefon diskutieren sie, ob diese Drohne als ein harmloses Spielzeug oder eher als eine terroristische Bedrohung zu bewerten ist.

Im Kommandosystem laufen alle Informationen zusammen. Die Algorithmen klassifizieren sie und stellen ein möglichst einheitliches, einfach verständliches Luftlagebild dar. Eine Anbindung an übergeordnete Systeme der zivilen oder militärischen Flugsicherungsbehörden soll die Effizienz der Systeme und der Bediener erhöhen.

Identifizierung unbekannter Flugobjekte

Doch typischerweise nutzen zivile Luftüberwachung und das Militär getrennte Systeme. Dies wird dann zu einem Problem, wenn sie mit unterschiedlichen Daten arbeiten, die Informationen nicht gemeinsam auswerten können und sich deshalb Analysen widersprechen. Eine einheitliche Lagebeurteilung ist somit schwierig. In diesem Fall identifiziert der Sicherheitsdienst des Flughafens den neugierigen Planespotter mit einer eigenen Drohne und schickt ein Team los.

 

Neue Strategien gegen Hyperschallangriffe

Laut Darstellung von Sicherheitsverantwortlichen sind die Systeme für die Luftüberwachung so weit entwickelt, dass sie auch die kleinsten Drohnen entdecken, klassifizieren und im Bedarfsfall abfangen können. Die Systemlösungen arbeiten mit Spezialkomponenten und Sensoren, sie sind entweder stationär am Flughafen montiert – oder werden zum Schutz der Menschen bei Großereignissen auf Fahrzeugen zum Einsatzort gebracht.

Luftverteidigung: Abfangen anfliegender Raketen

Bei schweren militärischen Angriffen sind die Abwehrchancen geringer. Hier gelten Hyperschallraketen als neue, kaum berechenbare Waffen. Mit ihnen zerstören Angreifer Ziele innerhalb von Minuten nach dem Abschuss. Nach Darstellung von Experten ist die Zerstörung dieser Raketensysteme mit herkömmlichen Abwehrstrategien kaum möglich. Deshalb testen Ingenieure verschiedene neue Verteidigungssysteme wie Laserwaffen oder Raketenschwärme. Die sicherste Methode ist aber, die Abschussstellen zu finden und die Raketen in Waffenlagern oder auf Abschussrampen zu unschädlich zu machen. 

Zahl zum Staunen

12.241 …

... ist die vom Stockholmer SIPRI-Institut geschätzte Zahl der weltweit gelagerten nuklearen Sprengköpfe.

Quelle: SIPRI-Institut; letzter Zugriff: 25.06.2025