Die Ostsee ist einer der wichtigsten maritimen Wirtschaftsräume, auf das vergleichsweise kleine Meer entfallen 15 Prozent des weltweiten Seefrachtverkehrs. Dies ist sicherlich ein Grund, warum die politischen Konflikte auch hier ausgetragen werden.
Dabei haben laut UN alle Nationen ein starkes Interesse an dem Frieden auf den Ozeanen. Die UN ruft deshalb auf zur „Stärkung der internationalen Kooperation zur Sicherung der Handelsrouten, zur Verbesserung der Resilienz und zur Verminderung der Supplychain-Unterbrechungen durch geopolitische oder klimabedingte Risiken“.
Ostsee gilt als „Grey Warzone“
Doch gerade weil der Warenaustausch über die Meere so vulnerabel ist, werden strategisch wichtige Seerouten zu Schlachtfeldern. Und die Anrainerstaaten der Ostsee leiden in einem hohen Maße unter diesen häufig im Verborgenen ausgetragenen Konflikten. Häfen, Reedereien, Schiffe – aber auch Pipelines, Unterseekabel oder Windenergiefelder – sind essenziell für deren Wirtschaft und nationale Gemeinschaften.
Schiffsanker werden zur zerstörerischen Waffe.
„In den letzten 15 Monaten wurden mindestens elf Unterseekabel beschädigt, die für die internationale Kommunikation und Energieübertragung von entscheidender Bedeutung sind“, meldete die NATO im Mai 2025. „Dies gibt Anlass zur Sorge über vorsätzliche Sabotage oder feindselige ‚Greyzone‘-Aktivitäten staatlicher und nicht staatlicher Akteure.“
Maritime Sicherheit: Forschung für die Meeresüberwachung
Zum Wesen einer Greyzone – oder Grey Warzone – gehören versteckte Angriffe. So wurden Cyberattacken auf Häfen und Schiffe, Spionage, Sabotage, Schattenflotten, die Störung von GPS-Signalen nach und nach zum Ostseealltag. Um die Angreifer sicher zu identifizieren, erforschen und arbeiten Werften, Zulieferindustrie und Wissenschaftler an Innovationen, die sich am Bedarf der deutschen Marine orientieren. Radarsysteme und Satellitenbilder in Kombination mit künstlicher Intelligenz sollen die Grey Warzone aufklären. Mit der Datenauswertung analysiert die Marine möglichst alle Schiffsbewegungen in der Ostsee.
Für die Hersteller hat die autonome Navigation einen hohen Stellenwert. Für diese künftigen Schlüsseltechnologien fordern sie eine verlässliche Rückendeckung von der Politik, um Seewege präventiv zu schützen.