LKW am Hafenterminal mit Schiff und Kaikran im Hintergrund.
Holzpaletten sind im Verbund mit Containern die wichtigsten Packmittel im globalen Handel. iStock / Getty Images Plus / Kosal Hor

Militärlogistik

Optimierung von Nachschub und Lieferketten

Der Logistik kommt eine große Verantwortung für die Freiheit und die Verteidigungsfähigkeit Europas zu. Denn die Einsatzfähigkeit einer Armee hängt zu einem erheblichen Teil von schnellen Transporten und intelligenter Lagerhaltung ab. In der weltweiten Organisation von Nachschub und Versorgung haben drei Verpackungsmaterialien große Bedeutung – Stahl, Kunststoffe und Holz.

Erschienen in

Schutz und Sicherheit für Deutschland

am 9. Juli 2025 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Sicher muss sich die europäische Politik der vergangenen Jahrzehnte den Vorwurf gefallen lassen, dass ein großer Teil der Verantwortlichen Bedrohungen, Gefahren sowie Risiken für Menschen und Staaten in der Union völlig falsch eingeschätzt hat. Dies gilt nicht nur mit Blick...

Nach langen Diskussionen werden sich die NATO-Staaten verpflichten, 1,5 Prozent ihres Bruttosozialproduktes für den Ausbau der Infrastrukturen und Verkehrswege zu investieren. Doch wenn die Verantwortlichen über Verbesserung und Erweiterung der Infrastrukturen nachdenken – auch mit Blick auf deren Ertüchtigung für die militärische Nutzung –, werden sie feststellen, dass es längst nicht nur um Asphaltieren und Betonieren, Bauen und Konstruieren von Straßen oder Bahnlinien geht.

Wichtig sind auch Lagerhallen und Hafenkräne, Packmittel und Behälter, Paletten und Tanks, ohne die das Lagern und der Transport von Gütern, Geräten oder Nachschub nicht möglich wäre. Bei der Auswahl der richtigen Verpackung gilt es für die Logistiker, einige Kriterien zu bedenken, dazu zählen Stabilität, Gewicht, Nachhaltigkeit, Gesetze und Verordnungen und natürlich Kosten.

Militärlogistik: Paletten und Container

Holz ist seit Jahrhunderten der erprobteste und wichtigste Rohstoff für Verpackungen und Behälter. Da Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, gilt es im Vergleich zu Kunststoffen als nachhaltig und klimafreundlich. Holzpaletten sind im Verbund mit Containern die wichtigsten Packmittel im globalen Handel.

 

Holz leistet gute Dienste, wenn es um nachhaltigen und robusten Transport geht.

Offensichtlich ergänzen sich in den Lieferketten Stahl und Holz sehr gut. Bei anderen Aufgaben sind Kunststoffe und Stahl allerdings die bessere Wahl. Dazu zählt der Transport von Flüssigkeiten oder Gasen.

Behälter für Just-in-Time-Produktion

Kunststoff hat auch dort Stärken, wo Komponenten und Bauteile für die industrielle Fertigung transportiert oder gelagert werden. Die können aus der Produktionshalle des Zulieferbetriebs direkt an die Fertigungslinien des Herstellers geliefert werden. Auf beiden Seiten gibt es standardisierte Lagerflächen, Transportfahrzeuge, die speziell auf diese Behälter zugeschnitten sind.

Mit einem digitalen Behältermanagement haben beispielsweise die großen Autohersteller den Kreislauf zwischen den zwei Produktionsstätten abgebildet und digitalisiert. So stellen sie sicher, dass zu jeder Zeit exakt die Menge an Transportmitteln zur Verfügung steht, die für die Produktion benötigt wird.

Schon gewusst?

In der EU gelten die EU-Verpackungsverordnung „PPWR“ und die EU‑Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen „Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD“. Da Unternehmen in internationalen Lieferketten hohe finanzielle Verbindlichkeiten drohen, werden das Überdenken und das Management von Transportverpackungen zu einer grundlegenden unternehmerischen Notwendigkeit.

Im Jahr 2022 einigten sich Vertreter aus 175 Nationen darauf, ein rechtsverbindliches Instrument zur Beendigung der Umweltverschmutzung durch Plastik schaffen zu wollen. In den bisherigen fünf Verhandlungsrunden für ein globales Plastikabkommen konnten sich die politischen Vertreter aber auf keinen endgültigen Vertrag einigen. So gibt es weltweit unterschiedlichste Gesetzgebungen und Vorschriften zur erweiterten Herstellerverantwortung „Extended Producer Responsibility, EPR“, verschiedene Länder erheben bereits eine Kunststoffsteuer.

Logistikexperten gehen davon aus, dass sich rund um den Globus die Verbindlichkeiten von Unternehmen für deren Kunststoffverbrauch bis 2030 auf mehr als 20 Milliarden US-Dollar belaufen werden.