Unternehmen sollten sich auf den nächsten Schritt im Rahmen der Anforderungen für die Resilienz von Wirtschaft und Gesellschaft vorbereiten. Denn Regierung und Parlament diskutieren Pflichten und Aufgaben im Rahmen von Katastrophenschutz und Gesamtverteidigung.
Bei Naturkatastrophen ist der Einsatz von Expertinnen und Experten mit informationstechnischen, medizinischen und handwerklichen Fähigkeiten von großer Bedeutung. Deshalb sucht der Staat nach Möglichkeiten, diese Spezialisten im Katastrophenfall oder im Fall einer militärischen oder terroristischen Bedrohung zum Dienst – etwa in der Bundeswehr – heranzuziehen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Cyber-Reserve der Bundeswehr. Die Reservisten sollen auf den Cyberschlachtfeldern gegen Angriffe aus feindlichen IT-Netzwerken antreten.
Kontinuierliche Verschärfung der KRITIS-Gesetze
Auf die Wirtschaft rollt eine kontinuierliche weitere Verschärfung der KRITIS-Vorschriften zu. In Zukunft sind die Unternehmen nicht mehr nur für ihren eigenen Schutz zuständig, sondern darüber hinaus verpflichtet, in einer Notsituation mit Personen, Know-how und Geräten zu unterstützen.
Welche Bedeutung deren Einsatz heute schon hat, wird in einer Zahl ausgedrückt – bei einem militärischen Einsatz oder in einem Katastrophenfall können bis zu 80 Prozent der unterstützenden Organisationen gemeinnützig oder privatwirtschaftlich sein.
Konkret zählen hierzu Spediteure, die ihre Lkws zur Verfügung stellen, Eisenbahngesellschaften für Hilfstransporte und natürlich Krankenhäuser, Rotes Kreuz, Feuerwehren, Technisches Hilfswerk oder auch Versorger, die Energie, Wasser und Wärme liefern.
Resilienzstrategie: Staat und Privatwirtschaft sind gefordert
„Resilienz muss als eine politische Daueraufgabe verstanden werden“, fordert die Nationale Plattform Resilienz. „Wichtig ist eine verstärkte Zusammenarbeit aller staatlichen und nicht staatlichen Akteure in der Vorsorge und Bewältigung von Katastrophen sowie im Zivilschutz.“
Neben dem Zivil- und Katastrophenschutz und der Bundeswehr müssen dabei auch Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, der Zivilgesellschaft, wie beispielsweise der Freien Wohlfahrtspflege, sowie aus Medien, Kultur und Bildung miteinbezogen werden.