In Deutschland nutzen etwa 46 Prozent der Menschen mindestens eine Smart-Home-Technologie in ihrem Alltag. Das ergab eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom von 1.193 Personen in Deutschland ab 16 Jahren, die anlässlich der letztjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA) durchgeführt wurde. Besonders beliebt sind demnach smarte Lampen, Heizkörperthermostate und intelligente Steckdosen. Immerhin jeder vierte Haushalt überlässt das Saugen mittlerweile einem Saugroboter. Und 18 Prozent der Befragten gaben an, einen Mähroboter zu besitzen. Aber auch Sicherheitstechnik, von Überwachungskameras bis Alarmanlagen, ist laut der Umfrage im Kommen. Die wachsende Beliebtheit der smarten Technologien spiegelt sich auch in den Umsatzzahlen wider: Der Umsatz im deutschen Smart-Home-Markt wird in diesem Jahr laut Statista bei rund neun Milliarden Euro liegen. Im Jahr 2029 könnte laut Prognose gar ein Marktvolumen von zwölf Milliarden Euro erreicht werden.
Mehr Lebensqualität im Alter
Dabei sticht eine Kundengruppe besonders hervor: Seniorinnen und Senioren stehen Smart-Home-Technologien zunehmend offen gegenüber. Rund 30 Prozent der Menschen zwischen 65 und 74 Jahren nutzen mindestens eine smarte Anwendung in ihren vier Wänden. Bei den über 75-Jährigen sind es hingegen nur sechs Prozent. Mehr als ein Drittel der Menschen ab 65 Jahren gaben an, sich für Saugroboter, Kamera und Co. entschieden zu haben, um länger selbstbestimmt in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus leben zu können. Für die jüngeren Befragten spielt das nur eine kleine Rolle. Für sie sind Komfort, Lebensqualität sowie Energiesparen die elementaren Gründe für den Einsatz smarter Technologien. Letzteres dürfte in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen, so die Prognose des Bitkom. Schon jetzt lassen sich mit einfachen Mitteln Strom- und Wasserverbrauch genau berechnen und kontrollieren. Laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen können vernetzte Haushalte im Eigenheim ihren CO₂-Ausstoß um bis zu zehn Prozent senken.
Daten vor Hackerangriffen schützen
Gleichzeitig wachsen aber auch die Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes beim Einsatz von Smart-Home-Technik. Immerhin erheben Smart-Home-Geräte viele sensible Daten, die von Dritten abgegriffen und missbraucht werden können. Wer diesbezüglich Sorge hat, kann sich mit wenig Aufwand absichern. Sichere Passwörter sind ein Weg, um sich vor Hackerangriffen zu schützen. Zudem sollten regelmäßig Sicherheits- und Software-Updates durchgeführt und jedes Gerät separat per WPA3 verschlüsselt werden. Dadurch sind nicht alle Geräte im Haushalt im Falle eines Hackerangriffs betroffen. Außerdem können für bestimmte Daten Zugriffsrechte generiert werden, die ein Herankommen an diese von außerhalb erschweren. Wichtig ist außerdem, beim Kauf smarter Technik darauf zu achten, dass sich die Hersteller der Geräte an die DSGVO halten.
Der richtige Zeitpunkt für Smart Home Geräte
Die smarte Technik wird mittlerweile bei vielen Neubauten mitgedacht, kann aber auch nachträglich eingebaut werden – und das meist mit wenig Aufwand. Neben Geräten wie den beliebten Saugrobotern können auch Sicherheitstechnik oder smarte Energieoptionen jederzeit nachgerüstet werden. Richtig eingesetzt, können smarte Geräte in Haus und Wohnung so die Lebensqualität erhöhen, Energie sparen, für mehr Sicherheit sorgen und Bewohnern auch im hohen Alter ein eigenständiges Wohnen ermöglichen.