Der Durchschnittsdeutsche verbringt rund 41 Stunden pro Jahr mit der Parkplatzsuche. Hier gibt es offenbar viel Potenzial für Verbesserungen – die Arbeitsgruppe für Klimaschutz im Verkehr schätzt, dass bis zu 900.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden könnten, wenn sämtliche kommunalen Parkplätze über die nötige Sensorik für die verbesserte Verkehrsteuerung verfügten. Angesichts von 162 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß durch den Verkehr ist dies zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, doch es kommt auf jede Einzelanstrengung an.
Neue Technologien für smartes Parken
Grundlage für „smartes Parken“ sind Sensorik und neue Netzwerke. Sogenannte „Niedrig-Energie-WLANs“ haben den Charme, dass sie Sen-sordaten über viele Kilometer übertragen können, ohne dass dafür Mobilfunk benötigt wird. Im urbanen Raum erreichen sie eine Reichweite von gut fünf Kilometern. Die Datenmengen, die zum Beispiel ein Gewichtssensor sendet, sind gering, auch deshalb ist diese Technologie äußerst sparsam beim Energieverbrauch. Die Batterien der Sensoren halten häufig problemlos zehn Jahre, teilweise länger. Misst ein Sensor Last, ist klar: Dieser Platz ist bereits besetzt. Wird der Parkplatz frei, sendet der Sensor in die Cloud und eine App kann dem Nutzer zeigen, wo ein Platz verfügbar ist.
In Deutschland wird dabei zunehmend auf den LPWAN-Standard „LoRa“ gesetzt, der sich vergleichsweise leicht implementieren lässt und zugleich einen hohen Datensicherheitsstandard mitbringt. Bisher nutzen erst einige Parkraumanbieter diese technologischen Möglichkeiten.
Intelligente Lieferverkehr-Logistik
Ein anderer Punkt, an dem Nachhaltigkeit im Verkehr ansetzt, ist der Liefer- und Warenverkehr in den Städten. Durch den zunehmenden Online-Handel ist der urbane Lieferverkehr in den letzten Jahren geradezu explodiert. Studien kommen zu dem Ergebnis, dass es dringend an der Zeit ist, mit City-Logistik-Konzepten die stark zersplitterten Lieferverkehre sinnvoll zu bündeln. So sollen Pick-up-Points Lieferungen an Endkunden zusammenfassen. Doch für solche „Logistikzentren“ braucht es Flächen, die bisher in vielen Städten nicht ausgewiesen sind.
Micro-Hubs können Lösung sein
Praxiserfahrungen einiger Städte zeigen jedoch, dass sich mit sogenannten „Micro-Hubs“ gute Erfolge erzielen lassen. Dafür werden zum Beispiel Micro-Depots in Form vollbeladener Container morgens in der Stadt abgestellt. Die Auslieferung der Pakete zum Endkunden übernehmen dabei Boten per Lastenrad.
Eine andere Idee, die bereits geprüft wird, ist der Transport von Gütern und Paketen per Drohnen. Die befördern ihre Fracht auf ausgewiesenen Luftkorridoren. Von zentralen Computern gesteuert verbinden sie hoch über dem Güterverkehr auf Straßen oder Schiene internationale Häfen oder Güterbahnhöfe mit lokalen Distributionszentren.
Doch es gibt auch wirklich futuristische Ideen: Zum Beispiel Pakete auf Paletten in einem System aus unterirdischen Röhren mit autonomer Fördertechnik zu Verteilorten in der Stadt zu transportieren. Planer für innovative Logistikkonzepte der Smart City haben derzeit vor allem autonome, elektrische Lieferfahrzeuge, Roboter und Drohnen im Auge. Da die Regularien für viele dieser Technologien noch fehlen, ist das noch Zukunftsmusik.
Quellen:
www.verkehrsforschung.dlr.de/de/news/bluetooth-sensorik-fuer-das-verkehrsmanagement
www.berlin.de/sen/uvk/presse/pressemitteilungen/2018/pressemitteilung.706285.php
www.homeandsmart.de/forscher-entwickeln-niedrigenergie-wlan