Es war eine der Meldungen, die zuletzt angehende Häuslebauer in Baden-Württemberg aufhorchen ließ: Denn wie die dortige Landesregierung entschied, soll auf dem Dach jedes Neubaus ab dem kommenden Mai eine Solaranlage installiert sein. Außerdem sind Hausbesitzer verpflichtet, von 2023 an bei einer grundlegenden Dachsanierung eine Photovoltaikanlage einbauen zu lassen – was den bereits vorhandenen Solarboom nochmals befeuern dürfte. Wie der Bundesverband Solarwirtschaft bekanntgab, wurden zusammen mit Freiflächen-Kraftwerken 184.000 Anlagen mit einer Leistung von 4,9 Gigawatt errichtet – ein Wachstum von fast 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Balkonbrüstung unter Strom
Mit sogenannten Stecker-Solargeräten können jedoch auch Mieterinnen und Mieter eigenen Sonnenstrom etwa auf dem Balkon oder der Dachterrasse erzeugen. Entgegen bestehender Photovoltaikanlagen, die eine Nennleistung von drei bis 20 Kilowatt vorweisen, sind diese erheblich kleineren Geräte mit bis zu 0,6 Kilowatt zur Selbstmontage gedacht. So kann der erzeugte Strom direkt verbraucht, die Anlage allerdings jederzeit auch leicht entfernt und woanders installiert werden. Doch wie kann aus Sonnenlicht überhaupt Strom entstehen? Vereinfacht gesagt wird mittels zweier Siliziumschichten mit unterschiedlicher Leitfähigkeit ein elektrisches Feld erzeugt. Strahlt Licht darauf, ändern sich die Ladungseigenschaften, sodass es an den Kontakten der Solarzelle zu einer Spannung kommt. Da der Wirkungsgrad abhängig vom Solarmodultyp lediglich maximal 20 bis 25 Prozent beträgt, werden mehrere Module hintereinandergeschaltet, was dann letztlich doch zu einer guten Ausbeute führt.
Solarboom in Deutschland: Strom zum Nulltarif
Fest steht, ob vom Dach oder Balkon: Die Vorteile von Solaranlagen sind unschlagbar. Denn der erzeugte Strom kann zusätzlich zu Haushaltsgeräten auch für E-Fahrzeuge genutzt werden. Zudem verbrauchen PV-Anlagen nur einmal Energie – und zwar im Laufe der Produktion. Anschließend stellen sie über einen langen Zeitraum kostenlos sauberen Strom her, ohne dabei erheblich zu verschleißen. Und: Wer Solarstrom produziert, kann Fördergelder einstreichen. Denn neben der Einspeisevergütung, die Anlagenbetreibern zusteht, gibt es die Bundesförderung für effiziente Gebäude, welche auch die Förderung von PV-Anlagen beinhaltet.
Quellen:
Rechner Photovoltaik.de: Amortisation einer Photovoltaikanlage
Youtube: Nachhaltig Strom erzeugen mit Photovoltaik-Anlagen - Green Life | Welt der Wunder
Bundesverband Solarwirtschaft e.V.: Für Verbraucher