Es gibt Methoden, den Klimawandel und seine Gefahren sehr plakativ darzustellen. Eine ist es, Aufnahmen einer Infrarotkamera zu zeigen, die mit einer Drohne über eine Stadt geflogen ist. Die rote Farbe der Infrarotaufnahmen steht für „zu heiß“, die blaue Farbe steht für „kühl“. Vor allem entlang der Hauptstraßen, auf Stadtplätzen oder in den Industriegebieten dominiert die Farbe Rot und zeigt damit eine direkte Bedrohung für Gesundheit und Leben der Menschen. Für viele politisch Verantwortliche sind diese Bilder ihrer Stadt ein unmittelbarer Auslöser zu handeln. Sie sehen den aktuellen Zustand insbesondere entlang von großen Straßen oder auf Industrieflächen, der vielen so nicht bewusst war: Im Sommer steigen die Temperaturen über dem Asphalt auf bis zu 50 Grad. Anhand einer Computersimulation lernen Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen dann, wie sie ihre Städte mit vergleichsweise wenig Aufwand herunterkühlen können.
Klimaresiliente Begegnungsorte haben eine hohe Aufenthaltsqualität.
Keinen Wassertropfen verlieren
Mit dem Pflanzen von Bäumen werden sie sehr schnell tiefgreifende Verbesserungen anstoßen. In der Simulation sehen sie, wie eine Baumreihe entlang der Bundesstraße die Temperatur um sechs bis sieben Grad senken kann. Und dies ist nur der Anfang. Im urbanen Raum gibt es etliche Möglichkeiten, die Temperaturen zu regulieren. Dazu zählen Dachbegrünung und Grün an den Fassaden, neu gepflanzte Baumgruppen in den Parks der Kommune oder auf dem Gelände der Industriebetriebe. Es ist faszinierend zu sehen, wie um die neuen Bäume herum kleine Ökosysteme entstehen. Die Pflanzen wandeln Sonnenlicht, Wasser und CO₂ in Sauerstoff und Energie um. Entlang der Straßen entstehen schattige Streifen. Die Temperaturen sinken, das Wohlgefühl steigt. Das Wasser läuft nicht mehr an der Oberfläche ab, sondern wird der Kommune für die weitere Begrünung zur Verfügung stehen. Jetzt ist es für die Pflanzen verfügbar. Und ganz nebenbei dekarbonisieren die Bäume die Stadtluft und leisten damit einen weiteren wertvollen Beitrag zur Klimastabilität.