Wer jemals mit dem Fahrrad an der Ampel hinter einem Diesel stand und dessen Abgase entgegengepustet bekam, weiß, wie gesundheitsschädigend dies für unseren Körper sein muss. Gleichzeitig wird jedoch auch klar, wie sehr die Vielzahl an Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren der Umwelt zusetzen. Städte leiden besonders unter den hohen Belastungen durch Abgase.
Umdenken im Bereich Mobilität: Bus und Bahn statt Pkw
Was positiv ist: Längst hat ein Umdenken stattgefunden. Immer mehr Verkehrsteilnehmende setzen sich für eine klimafreundliche Mobilität ein, etwa indem sie verschiedene Verkehrsmittel wie E-Fahrräder oder E-Autos mit Bus oder Bahn kombinieren – was sich mit den Ergebnissen des im Januar veröffentlichten Energiewendebarometers 2021 der staatlichen Förderbank KfW deckt. Hierfür wurden rund 4.000 Haushalte befragt. Demnach können sich rund 75 Prozent der Befragten, die aktuell mehrmals pro Woche ins Auto steigen, einen häufigeren Wechsel auf öffentliche Verkehrsmittel vorstellen. Fast 66 Prozent würden öfter ihr Fahrrad nutzen – vor dem Hintergrund der zuletzt geradezu explodierenden Spritpreise dürfte diese Zahl aktuell sogar noch höher liegen. Als wichtigste Voraussetzungen nannten die Befragten jedoch eine bessere Anbindung (63 Prozent), gefolgt von geringeren Kosten (49 Prozent) und mehr Komfort (19 Prozent).
ÖPNV vor grüner Zukunft
Ein weiteres Argument, zukünftig vermehrt auf den ÖPNV und somit auf den Bus zu setzen, könnte in der schrittweisen Umstellung auf emissionsärmere Modelle liegen. Bedenkt man, dass im ÖPNV aktuell bundesweit bis zu 55.000 Fahrzeuge zugelassen sind und ein Großteil davon mit Diesel fährt, wird deutlich, wie hoch die Einsparung an Emissionen sein könnte. Und die Chancen dafür stehen auf Grün: Denn laut „Clean-Vehicle-Richtlinie“ der EU muss die Beschaffung neuer Busse im regionalen ÖPNV bis zum Jahr 2025 zu 45 Prozent aus „sauberen Fahrzeugen“ bestehen – die Hälfte davon emissionsfrei. Damit die Verkehrsbetriebe die Vorgabe finanziell stemmen können, stehen bis 2024 Fördermittel von insgesamt 1,25 Milliarden Euro zur Verfügung. Neben Batterie-, Brennstoffzellen- und Batterieoberleitungsbussen soll ebenso die dafür erforderliche Infrastruktur gefördert werden – gute Nachrichten, um künftig noch klimafreundlicher pendeln zu können.