Am Werkstor warten Lkws in einer langen Reihe auf Erlaubnis zur Fahrt auf das Betriebsgelände. Per Videokamera scannen die Mitarbeitenden des Sicherheitspersonals die Kennzeichen der Fahrzeuge. Ein KI-Agent findet in den Datenbanken die notwendigen Informationen.
Dazu gehören Name der Spedition, Name des Fahrers, eventuelle Kennzeichnung der Fracht als Gefahrgut, Zielort der Lieferung in einem Lager oder direkt in der Produktion. Der Lkw wird in das System eingebucht. Dann erscheint der Name des Fahrer und der Spedition neben dem Werkstor auf einer Leuchttafel – „Herzlich willkommen, bitte fahren Sie zum Gate 1365“. Per Textnachrichten und GPS wird das Fahrzeug auf einem verzweigten Gelände an die richtige Rampe gelotst.
Richtlinien für kritische Infrastrukturen beachten
Jede Lieferung repräsentiert einen enormen Warenwert. Sie garantiert den gleichmäßigen Takt der Produktion. Jeder Wareneingang steht für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Wenn die Organisation als kritische Infrastruktur unter die KRITIS-Richtlinien fällt, sind außerdem Sorgfalt und Sicherheit für die Lieferkette auch eine Pflicht im Rahmen der Cyber-Nation.
Verlust, Beschädigungen, Verzögerungen – Video dokumentiert die Beweise.
Die Unternehmen übernehmen die Fracht aus deren globaler Lieferkette, ab jetzt sind sie für die letzten Meter verantwortlich. Deshalb werden sie alle Bewegungen und Aktivitäten innerhalb ihres Werksgeländes kontrollieren und möglichst auch dokumentieren. Dafür etablieren sie Prozesse, mit denen sie etwa Ankunft und Steuerung der Warenlieferungen über das Gelände umsetzen können.
Video-Security: Video und Geolocation ergänzen sich
Beispielsweise wird bei Komponenten für die Rüstungsindustrie jede Bewegung und jeder Vorgang per Videoaufzeichnung detailliert festgehalten und mit GPS-Daten versehen. Die langfristige Sicherung erfolgt in speziellen Sicherheitsspeichern, die von außerhalb der Netzwerke nicht sichtbar sind. Von nun an kann der gesamte Weg durch eine komplexe Lieferkette bis zu dem Werker in der Produktion auch nach Jahren per Mausklick oder KI-Abfragen verfolgt werden.