Mit Blick auf die Produktion arbeiten Forschende beispielsweise am Fraunhofer Institut an der Frage, wie diese riesigen Mengen an Wasserstoff hergestellt werden können. Eine besondere Herausforderung ist die Offshore-Wasserstoffproduktion. Auf der Ostsee sollen direkt an den Windanlagen Wasserstoffproduktionen angedockt werden. Diese Sektorenkopplung ist entscheidend für die kosteneffiziente Offshore-Windenergie- und -Wasserstoffproduktion. Flexible Konzepte mit alternierender Stromeinspeisung und Wasserstoffproduktion gelten als systemoptimal. Mit Schiffen wird der Wasserstoff an Land transportiert und weiterverteilt.
Bis zu 70 Prozent Importe
Wie die Zeit bis zu einer ausreichenden Produktion überbrückt wird, ist anscheinend noch nicht geklärt. So begann Bundeskanzler Olaf Scholz Ende Januar eine Diskussion, dass auch die Nutzung von Atomenergie etwa aus Frankreich sinnvoll für das Hochfahren der Wasserstoffproduktion sein könnte.
In diesem Szenario wird zwar kein explizit „grüner“ Wasserstoff für die Produktion bei Großabnehmern wie etwa der Stahlindustrie genutzt. Dies werde aber durch die Sicherung der Arbeitsplätze und das Weiterlaufen der Produktion ausgeglichen.
Wie seht die Wasserstoffinfrastruktur aus?
Der langfristige Plan des Wirtschaftsministeriums sieht den weltweiten Ankauf von grünem Wasserstoff vor. Zwischen 50 und 70 Prozent sollen über Importe aus dem Ausland ins deutsche Netz gelangen. Dabei ist die Diversifizierung der deutschen Energieimporte wichtig. Laut Ministerium werden einzelne Ankaufverträge für Projekte aus Nordamerika, Südamerika und Australien, Asien sowie Afrika ausgeschrieben. Entscheidend für den Zuschlag ist, dass die Lieferanten den, gemessen am produktspezifischen Energiewert, niedrigsten Preis anbieten.