Dort, aber auch in anderen großen Städten, hält das DIW in den nächsten Jahren Preiskorrekturen in größerem Ausmaß für möglich. Die Gefahren einer deutschlandweiten Immobilienblase seien aber überschaubar. Die Kreditvergabe für Immobilien ist dem Institut zufolge über die Jahre zwar deutlich gestiegen, stehe aber immer noch in einem gesunden Verhältnis zur Wirtschaftsleistung.
Starke Preissteigerung bei Wohneigentum
Den Beobachtungen der Wirtschaftsforscher zufolge sind die Kaufpreise für Wohneigentum im vergangenen Jahr um durchschnittlich neun Prozent geklettert, während die Mieten nur etwa halb so stark stiegen. Für alle Typen von Großstädten und insbesondere an den A-Standorten wie Berlin, Hamburg und München diagnostizieren Tests des DIW „explosive Muster“ in der Preisentwicklung. Das gilt sowohl für Baugrundstücke und Eigentumswohnungen als auch für Einfamilien- und Reihenhäuser. Bei den Investitionen erlebte der Immobilienmarkt 2021 trotz Corona ein Rekordjahr. So lag laut EY Real Estate das Gesamtinvestitionsvolumen bei 113,8 Milliarden Euro. Allerdings hatte mit rund 20 Prozent die Übernahme der Deutsche Wohnen durch die Vonovia einen erheblichen Anteil am Gesamtvolumen. Das um diesen Sondereffekt bereinigte Transaktionsvolumen liege mit 90,3 Milliarden Euro rund 14 Prozent über dem Vorjahresumsatz (2020: 78,9 Milliarden Euro) und erreiche damit das Vor-Corona-Niveau (2019: 89,5 Milliarden Euro), heißt es im aktuellen „Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt“ von EY. Im laufenden Jahr erwarten 62 Prozent der deutschen Investoren eine Seitwärtsbewegung des Transaktionsvolumens auf hohem Niveau.
Unterschiede bei Einzelhandelsimmobilien
In guten Lagen rechnen die Investoren mit steigenden, in peripheren Lagen mit gleichbleibenden Preisen am Wohnungsmarkt. Hier liegt auch der stärkste Investitionsfokus für 2022. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Logistikimmobilien. Etwas verhaltener wird der Büroimmobilienmarkt eingeschätzt: Hier werden in guten Lagen überwiegend gleichbleibende, in peripheren Lagen sinkende Preise erwartet. Bei Einzelhandelsimmobilien sieht es unterschiedlich aus. Bei Shopping-Centern geht die Mehrheit der Investoren von sinkenden Preisen in allen Lagen aus. Davon nicht betroffen sei dagegen der stationäre Lebensmitteleinzelhandel.